Du bist nicht der Untergang – Schreiben über globale Katastrophen | FOLGE: 10

Dass Roland Emmerichs Film „The Day After Tomorrow“ bei vielen einen Wandel im Bewusstsein über den von Menschen gemachten Klimawandel auslöste, zeigt wie wirkmächtig Geschichten sein können. Nachrichten über Katastrophen, über Klimawandel und Kriege sind das Eine – die Menschen dahinter sind das Andere. Erzählende Literatur gibt ihnen eine Stimme.
Doris Konradi | © Malin Kundi

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Einzelschicksale unter der Lupe differenzierten Erzählens, das ist die literarische Stärke von Doris Konradi, die mit ihrem neuen Roman „Aber die Insel“ (Elsinor Verlag) eine ebenso spannende wie nachdenkliche Geschichte über das Überleben erzählt. Maik Schurkus stellt sie und ihr Buch vor.

Doris Konradi lebt als freie Autorin in Köln. Nach ihrem Abschluss als Diplomvolkswirtin wandte sie sich der Arbeit in kulturellen Organisationen zu, bildete sich fort in Drehbuchschreiben, tanzte viele Jahre bei der Wigman-Schülerin Katharine Sehnert, lernte Cellospielen. Sie unternahm Reisen durch Europa und kehrte an viele Orte immer wieder zurück. Dem Schreiben widmete sie sich nach der Geburt ihrer zweiten Tochter. Die erste Kurzgeschichte Freunde von Lula gewann den 3. Preis beim Bettina-von-Arnim Wettbewerb 2003. Danach folgte ihr Debütroman „Fehlt denn jemand“. In ihren Romanen, Erzählungen und Kurztexten bewegen sich die Figuren auf oft verworrenen Pfaden, immer auf der Suche nach der eigenen Geschichte. Wie Justin, der in Fehlt denn jemand ein Familiengeheimnis entdeckt, oder Cosima und Reni in „Frauen und Söhne“, deren schwieriges Verhältnis zu den eigenen Söhnen von generationsspezifischen Geschlechterrollen geprägt ist. Seit 2014 interdisziplinäre Projekte mit Künstler*innen aus verschiedenen Bereichen. Für ihre Arbeit erhielt Doris Konradi zahlreiche Auszeichnungen.

(Quelle: www.doriskonradi.de/vita)

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Aber die Insel | von Doris Konradi

Die Insel liegt weit draußen im Atlantik, ideal für eine Auszeit in der üppig wilden Natur. Eines Morgens wacht die Erzählerin auf, das Hotel ist evakuiert, die Bäume sind entlaubt. Allein macht sie sich auf die Suche nach Rettung, was sie an den Rand ihrer Kräfte bringt – ihr Verhältnis zur Natur ist für immer verändert. „Aber die Insel“ erzählt ungewöhnlich spannend von einer Frau in einer Extremsituation. Der Roman zeigt, wie persönlich unsere Auseinandersetzung mit Natur werden kann, und nicht erst dann, wenn Biotechnologie im Spiel ist.

Thomas Gsella | © Thomas Hintner

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Thomas Gsella ist vielen als Redakteur des Titanic-Magazins bekannt – das Schiff, das symbolisch für eine Katastrophe steht, die aus Selbstüberschätzung resultiert. In seiner Lyrik setzt er sich mit den Folgen globaler Ungerechtigkeit auseinander. Regina Schleheck spricht mit ihm über seine Texte.

Thomas Gsella war ab 1992 Redakteur und von Oktober 2005 bis 2008 Chefredakteur der Frankfurter Satirezeitschrift Titanic. Er schreibt für verschiedene Magazine, Zeitungen und Rundfunksender. Gsella ist vor allem als Verfasser von komischer Lyrik hervorgetreten. Er ist für Schmähgedichte über deutsche Städte bekannt. Er ist Mitglied der Titanic Boy Group (zusammen mit Oliver Maria Schmitt und Martin Sonneborn), mit der er neben seinen vielfältigen Soloprogrammen auf Lesereise geht. Vor allem Lyrik publizierte er im „Kritischen Tagebuch“ des WDR, im Südwestradio des SWR, in der taz, der jungen Welt, der FAZ, der Frankfurter Rundschau, der Süddeutschen Zeitung und in konkret.

(Quelle: www.wikipedia.org)

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Ich zahl's euch Reim | von Thomas Gsella

In einem Interview antwortet Thomas Gsella auf die Frage: Kann man mit Gedichten gegen die Ungerechtigkeit der Welt anschreiben? »Ja, man kann’s aber genauso gut auch lassen.« Gut, dass er es nicht gelassen hat und die Zumutungen der Welt in helle, schnelle, schöne Reime fasst. Er nimmt uns mit zu einem Besuch bei Andy Scheuer, in den Sommerurlaub, in die Flüchtlingslager und die allgegenwärtigen Talkshows. Er bedichtet Facebook, Instagram und das Dschungelcamp. Den Brexit und den Golfstromausfall, das Ausland, die Rente und den Antisemitismus. Und wie war doch gleich das Jahr 2020? Ja klar: »Mir kommt der Ausgangsstopp zupass: Ich esse mehr und werde dicker, / Ich trinke mehr, und werde schicker. /Allein der Wald kriegt kaum noch Nass.« Man liest und lacht und freut sich auf mehr.