Schwarz auf Weiß – welche Hautfarbe hat Literatur? | FOLGE: 4

Zu Gast die Autorin Mithu Sanyal mit ihrem Buch “Identitti” im Gespräch mit Maik T. Schurkus. In den USA gab es eine lange Zeit Sender für weiße und schwarze Musik — in der Literatur ein undenkbarer Vorgang, oder doch nicht? Hat Literatur eine bevorzugte Hautfarbe? Spüren Schriftsteller*innen, die als „nicht weiß“ wahrgenommen werden Rassismus?
Mithu Sanyal (Foto: Guido Schiefer)
Mithu Sanyal (Foto: Guido Schiefer)

Zu Gast bei uns im Livestream

Darüber spricht Maik Schurkus mit Mithu Sanyal. Mit „Indentitti“ (Hanser Verlag) hat sie den Roman zur Zeit geschrieben, über eine Professorin, die sich als Inderin ausgibt, ohne eine zu sein und damit eine erhitzte Diskussion über „Rasse“ als Konzept auslöst.

Weitere Gast-Informationen | Querverweise

Identitti: Roman

„Was für eine gnadenlos witzige Identitätssuche, die nichts und niemanden schont. Man ist nach der Lektüre nicht bloß schlauer – sondern auch garantiert besser gelaunt.“ (Alina Bronsky)

Was für ein Skandal: Prof. Dr. Saraswati ist WEISS! Schlimmer geht es nicht. Denn die Professorin für Postcolonial Studies in Düsseldorf war eben noch die Übergöttin aller Debatten über Identität – und beschrieb sich als Person of Colour. Als würden Sally Rooney, Beyoncé und Frantz Fanon zusammen Sex Education gucken, beginnt damit eine Jagd nach „echter“ Zugehörigkeit. Während das Netz Saraswati hetzt und Demos ihre Entlassung fordern, stellt ihre Studentin Nivedita ihr intimste Fragen. Mithu Sanyal schreibt mit beglückender Selbstironie und befreiendem Wissen. Den Schleudergang dieses Romans verlässt niemand, wie er*sie ihn betrat.

Was weiße Menschen nicht über Rassismus hören wollen aber wissen sollten

Außerdem bespricht Sabrina Cisamolo das Sachbuch von Alice Hasters „Was weiße Menschen nicht über Rassismus hören wollen aber wissen sollten“ (Hanser Verlag). Dazu stellen wir euch das Projekt „FremdwOrte“ mit seinem Initiator Roberto di Bella vor.

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Wer Rassismus bekämpfen will, muss Veränderung befürworten – und die fängt bei einem selbst an.

„Darf ich mal deine Haare anfassen?“, „Kannst du Sonnenbrand bekommen?“, „Wo kommst du her?“ Wer solche Fragen stellt, meint es meist nicht böse. Aber dennoch: Sie sind rassistisch. Warum, das wollen weiße Menschen oft nicht hören.

Alice Hasters erklärt es trotzdem. Eindringlich und geduldig beschreibt sie, wie Rassismus ihren Alltag als Schwarze Frau in Deutschland prägt. Dabei wird klar: Rassismus ist nicht nur ein Problem am rechten Rand der Gesellschaft. Und sich mit dem eigenen Rassismus zu konfrontieren, ist im ersten Moment schmerzhaft, aber der einzige Weg, ihn zu überwinden.

Projekt "fremdwOrte" | Köln

Dazu stellen wir euch das Projekt „fremdwOrte“ mit seinem Initiator Roberto Di Bella vor.

Seit Oktober 2015 bereits lädt das Autorencafé fremdwOrte Schriftsteller*innen, Journalist*innen, Übersetzer*innen
sowie in der Literatur- und Kulturvermittlung in Köln und Umgebung engagierte Personen ein (deutsche wie nicht deutschsprachige), in den Dialog über Texte, Schreiberfahrungen und Identitäten zu treten. 

So schaffen die regelmäßigen Treffen im Literaturhaus Köln e.V. bzw. online Raum für neue Begegnungen, Projekte und Ideen.

Roberto Di Bella (Foto: privat)